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15. September 2016

Tipps für das Vertikutieren – im Nullkommanichts zum gepflegten Rasen

Rasen vertikutieren

Das Vertikutieren ist ein wichtiger Bestandteil der Rasenpflege. Vertikutieren heisst, die Grasnarbe „anzuritzen“ und so die Grünfläche von allen ungeliebten „Mitbewohnern“ wie Moos, Unkraut sowie von abgestorbenen oder abgemähten Grashalmen zu befreien. Nach dem Vertikutieren des Rasens breiten sich die Rasenwurzeln im neu geschaffenen Freiraum wieder besser aus und nehmen Nährstoffe gut auf. Das Ergebnis ist eine gesunde, perfekt belüftete, sattgrüne Rasenfläche!

Der richtige Zeitpunkt

Wann der Rasen vertikutiert werden muss, lässt sich einfach erkennen: Ziehen Sie eine kleine Metallharke, einen Vertikutierrechen oder einen Grubber locker durch die Gräser und schauen Sie, ob alte Mährückstände, Pflanzenteile und Moospolster an den Zinken hängen bleiben. Auch ein starker Unkrautwuchs bedeutet, dass der Rasen vertikutiert werden muss. Vertikutieren Sie Ihren Rasen mindestens einmal im Jahr, in der Zeit von April bis September. Die beste Zeit zum Vertikutieren ist allerdings im Frühjahr zwischen April und Anfang Mai – in dieser Zeit regenerieren sich die Rasenflächen am besten. Voraussetzung ist immer, dass die Fläche trocken und die Halme mindestens 3 cm lang sind.

Beim Vertikutieren werden nicht ausreichend verwurzelte Halme herausgezogen. Daher sollte frisch gesäter Rasen nicht vertikutiert werden, die Wurzeln haben erst nach einigen Monaten Wachstum ausreichend Halt gefunden. Als Faustregel gilt: Der Hausrasen sollte mindestens drei Jahre alt sein, bevor er das erste Mal vertikutiert wird.

Das optimale Vertikutiergerät

Wir unterscheiden grundsätzlich zwischen Benzin- und Elektro-Vertikutierer. Der Benzinvertikutierer eignet sich gut für grosse Gärten. Denn einer der grössten Vorteile dieses Vertikutiergerätes ist, dass es kein Kabel hat. Auf schweren, trockenen Böden bringen diese Geräte zudem das nötige Gewicht mit.

Elektrovertikutierer verwenden Sie besser nur für kleinere und gut zugängliche Flächen. Sehr leichte Exemplare neigen auf harten Böden oft zum „Hoppeln“, weil die Messer nicht in die Narbe eindringen können. Ein Tipp, falls dieses Problem bei Ihnen auftaucht: Beschweren Sie das Gerät in einem solchen Fall einfach mit einem kleinen Sandsäckchen.

Rasen auf die Behandlung vorbereiten

Rasen vertikutieren

Vor dem Vertikutieren sollten Sie düngen – am besten bereits im zeitigen Frühjahr, März oder April. Gerade im Frühling, wenn das Wetter etwas wärmer und sonniger wird, nimmt das Gras en Dünger besonders gut auf und fängt so an, ordentlich zu wachsen. Geeignet ist ein Rasendünger auf Stickstoffbasis. Ca. eine Woche nach der Düngung sollten Sie zudem mähen mit einer Schnitthöhe von etwa 3 cm. Das reduziert die abzuharkende Menge. Lassen Sie den gemähten Rasen mindestens einen Tag „ruhen“; so kann er sich kurz erholen.

Etwa zwei Wochen nach dem Düngen legen Sie dann mit dem Vertikutieren los. Die Arbeitstiefe des Vertikutierers muss dafür passend eingestellt sein: Er sollte nicht zu tief in die Grasnarbe einschneiden, aber auch nicht zu flach. Eine Schnitttiefe von 2-4 mm ist am besten, jedoch ist diese auch abhängig vom Ausmass des Moosbefalls bzw. der Verfilzung. Je stärker der Rasen mit Rasenfilz befallen ist, desto tiefer sollten Sie auch vertikutieren.

Tipps für das richtige Vertikutieren

Falsches Vertikutieren führt zu bleibenden Schäden des Grases – daher sollten Sie wirklich Acht geben, bei dieser Arbeit alles richtig zu machen. Hier unsere Tipps:

  •  Bleiben Sie nicht zu lange an einer Stelle. Fahren Sie stattdessen mit dem Vertikutierer die gesamte Fläche zügig in Bahnen
  •  Bewegen Sie den Vertikutierer immer nur in eine Richtung. Bei einem leichten bis mittleren Moos und Rasenfilz-Befall genügt es meistens, nur einmal über den Rasen zu fahren. Bei sehr starkem Befall bietet es sich an, einmal quer und einmal längs zu vertikutieren.
  •  Heben Sie beim Wenden den Vertikutierer kurz hinten an, so dass die Schneideflächen in der Luft sind. Die neueren Vertikutierer haben hierfür extra einen Führungsholm.

Nun kann nichts mehr schief gehen. Kahlstellen und Unkräuter- und Moosbefall gehören der Vergangenheit an!

Foto 1: © Ingo Bartussek – Fotolia.com
Foto 2: © evgenyb – Fotolia.com