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12. August 2016

Sträucher optimal schneiden – mit unseren Tipps

Sträucher Schnitt

Sträucher und Hecken faszinieren mit Blüten, Früchten, bunten Blättern und farbiger Rinde. Sie sind ein obligatorisches Element in jedem Garten. Fachgerecht geschnitten entfalten sie viele Jahre lang ihre ganze Pracht. Worauf es beim Schnitt eines Strauches ankommt, haben wir für Sie gesammelt.

Gründe für den Schnitt

Für einen Schnitt Ihrer Sträucher gibt es viele verschiedene Gründe. Zum einen erhält sie das regelmässige Schneiden gesund und dient der Verjüngung. Sie erreichen durch einen Pflegeschnitt mehr Blütenfülle und Ertrag an Früchten, denn dieser dient unter anderem der Enfernung von kranken und abgestorbenen Pflanzenteilen. Mit dem Formschnitt und Auslichtungsschnitt erhalten oder korrigieren Sie Wuchsform und Erscheinungsbild und erhöhen den Zierwert bzw. sorgen für dekorative Effekte. Ein Verjüngungsschnitt ist dann notwendig, wenn jeglicher Schnitt über Jahre hinweg vernachlässigt wurde. Die alten Sträucher können dann nur noch durch einen mehr oder weniger radikalen Schnitt verjüngt werden – danach treiben sie wieder stärker aus.

Das richtige Schnittwerkzeug

Voraussetzung für fachlich einwandfreie Schnitt- und Pflegearbeiten ist ein gutes Werkzeug. Schnittwerkzeuge sollten immer scharf und sauber sein. Nur mit scharfen Werkzeugen erzielen Sie glatte Schnittwunden, die im Anschluss gut verheilen. In Ihrem Werkzeugkasten sollten Sie

  •  Gartenschere
  •  Astschere
  •  Säge

haben. Die Gartenschere ist das am meisten verwendete Werkzeug. Sie schneiden damit ohne weiteres unverholzte Pflanzenteile und auch holzige Triebe bis zu 2 cm Umfang. Für Ziergehölze eignen sich Bypassscheren am besten, weil die Klinge auf einer Seite am Amboss vorbeiläuft.

Mit der Astschere kappen Sie Äste, die für die Gartenschere zu dick sind. Zudem gelingen das Ausschneiden von Sträuchern am Boden sowie das Schneiden von Ästen über dem Kopf durch die langen Hebel dieses Werkzeugs besser. Wenn die Scheren an ihre Grenzen stossen, verwenden Sie die Säge. Zum Entfernen starker Äste ab ca. 4 cm Dicke ist sie ein Muss. Bei wenigen Ästen reicht eine einfache Schwertsäge, sehr praktisch sind die Modelle zum Einklappen. Wenn Sie mehr Partien sägen wollen, kommt eine Bügelsäge zum Einsatz.

Der richtige Zeitpunkt für Schnittarbeiten

Grundsätzlich können Sie einen Pflegeschnitt bei einem Strauch zu jeder Jahreszeit durchführen. Ausnahmen sind zum Beispiel Ahorn oder Walnuss – diese sollten regelmässig im Sommer ausgedünnt werden. Allgemein ist der Schnitt während der winterlichen Ruheperiode am besten. Der günstigste Zeitpunkt ist der Winterausgang, wenn keine stärkeren Fröste mehr zu befürchten sind.

An sehr kalten Tagen unter -6 Grad legen Sie aber besser nicht Hand an, da die Hölzer dann leicht splittern. Bei sehr empfindlichen Gehölzen und bei Ziergehölzen, die im Frühjahr vor dem Austrieb blühen, wird ab Mai geschnitten. Mediterrane Gehölze wie Lavendel, Salbei, Rosmarin sollten erst dann geschnitten werden, wenn die Pflanzen mit dem Austrieb anfangen – der erste Termin liegt hier zwischen Anfang April und Anfang Mai.

Die richtige Schnittführungs-Technik

Sträucher Schnitt

Setzen Sie immer dicht über einem nach aussen stehenden Auge an und führen Sie den Schnitt immer schräg nach unten. Bei Beseitigen von Seitenzweigen schneiden Sie sauber auf Astring, so dass keine Zapfen oder Kleiderhaken entstehen. Ein fachgerechter Schnitt hinterlässt eine glatte Wunde mit ovalem Querschnitt und sollte möglichst dicht am Stamm liegen.

Schnittgruppen bei Sträuchern

Sträucher lassen sich für den Schnitt in vier verschiedene Gruppen einteilen:

Schnittgruppe 1

In dieser Gruppe befinden sich Gehölze, die sich baumartig aufbauen und meistens wenig austriebfreudig sind. Sie zeichnen sich durch ein ausgewogenes Verzweigungsmuster aus und entwickeln ohne besondere Eingriffe einen locker aufgebauten, lichtdurchlässigen Habitus. An der Basis sind sie meist nur wenig verzweigt oder bilden einen sehr kurzen Stamm, um sich erst dann zu verzweigen. Die Schnittmassnahmen umfassen bei ihnen das Entfernen von Totholz und die Wildtriebentfernung. Beispiele für diese Pflanzen sind Korkenzieher-Hasel, Goldregen, Zaubernuss, oder Magnolie.

Schnittgruppe 2

Diese Klasse umfasst herbst- und sommerblühende Ziersträucher, die am diesjährigen Holz blühen. Diesen Ziergehölzen sollten Sie vor dem Austrieb einen starken Rückschnitt gönnen; Ein starker Schnitt führt zu kräftigem Wachstum und einer langen Blüte. Hierzu zählen Sommerblüher wie Sommerflieder, Rosen-Eibisch, Strauch-Fingerstrauch und Rispen-Hortensie. Ähnlich werden auch alle im Spätsommer blühenden Halbsträucher wie Bartblume, Säckelblume, Johanniskraut, Lavendel oder Blauraute geschnitten.

Schnittgruppe 3

Diese beinhaltet jene Arten von Blütensträuchern, die am mehrjährigen Holz und im Frühjahr oder Frühsommer blühen. Hier werden jeweils die ältesten Triebe des Strauches entfernt: Entweder schneiden Sie diese dicht am Boden oder bis auf die starken Jungtriebe am Scheitelpunkt der älteren Zweige zurück. Durch das Auslichten abgeblühter Triebe unterstützen Sie die Bildung von Ersatztrieben. Beispiele für diese Pflanzengruppe sind Forsythie, Deutzie, Pfeifenstrauch.

Schnittgruppe 4

Bei der vierten und letzten Art handelt es sich um Sträucher mit Blattschmuck oder Rindenfärbung. Diese Ziersträucher können im Frühjahr stark zurückgeschnitten werden – sie entwickeln dann neue, besonders intensiv gefärbte Triebe, die im Winter ihre Pracht zeigen. Beispiele sind der sibirische und der gelbholzige Hartriegel.

Foto 1: © havana1234 – Fotolia.com
Foto 2: © Pixavril – Fotolia.com