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14. September 2018

Natürlicher Look mit einer Trockenmauer im Garten

Natürlich schön: Trockenmauer im Garten

Rustikale Trockenmauern punkten mit ihrer Optik und sind eine naturnahe Alternative zu Gabionen und Betonmauern. Diese entdeckt man immer öfter im Garten – vielleicht auch bei Ihnen in der Nachbarschaft. Naturliebhaber stehen weniger darauf und setzen in einem Naturgarten auf die Trockenmauer. Als Stützmauer für Hanggärten steht diese Mauerart im Gartenbau wortwörtlich „echt gut da“, inklusive ökologischem Nutzen und vielen Gestaltungsmöglichkeiten. Beim Bau und der Bepflanzung sollten Sie allerdings einige Punkte beachten. Welche das sind, erklären wir Ihnen in diesem Artikel.

Was heisst hier überhaupt trocken?

Na, trocken eben. Anders als bei herkömmlichen Mauern verwendet man beim Trockenmauerbau keinen Mörtel. Denn bei dieser sehr alten Baumethode liegen die Steine, genauer gesagt meist Natursteine, kunstvoll geschichtet ohne Bindemittel lose aufeinander. Die nötige Stabilität wird Schicht für Schicht durch den richtigen Aufbau und das Gewicht der Steine selbst gewährleistet. Hört sich ganz einfach an… Für Sie als DIY-Hobbygärtner ein Kinderspiel, denken Sie?

Trockenmauern Bauen ist echte Handwerkskunst!

Trockenmauer bepflanzt

Kleinere Mauern bis zu einem Meter Höhe bauen sich Gartenbesitzer oft gerne selber in ihren Garten. Mit dieser kurzen Bauanleitung schaffen Sie zunächst einen festen Untergrund:

  • Einen Graben von 20 bis 40 cm ausheben, 20 cm breiter als die Mauer.
  • Fundament aus 30 cm Schotter und 10 cm Bausand anlegen, Material verdichten.
  • Bei Bedarf Platz einplanen für eine stabilisierende Hinterfüllung, z.B. bei einer Einfassung für ein Gartenbeet.

Aber aufgepasst: Wenn eine Trockenmauer als freistehende oder stützende Mauer dienen soll, raten wir Ihnen, einen professionellen Gartenbau-Experten ran zu lassen. Denn die Stützmauer für einen Hang muss unbedingt dem drückenden Gewicht standhalten, das auf sie einwirkt!

So geht’s: Stein auf Stein…

In der ersten Reihe stehen die Schwergewichte, die grössten Steine. Bei höheren Mauern ist dahinter der richtige Platz für ein Drainagerohr. Nach jeder weiteren neuen Mauerschicht füllt man zwischen Trockenmauer und Hang Schotter oder Sand. Dieses Vorgehen und eine leichte hangseitige Neigung der Mauer bringen Stabilität! Für die schönsten Steine ist schliesslich die obere Steinreihe, die „Mauerkrone“, reserviert.

Unser Experten-Tipp: Für kleine geschwungene Mauern bauen Sie einfach nach Augenmass. Soll Ihre Trockenmauer aber gerade ausgerichtet sein, spannen Sie eine Richtschnur. Daran können Sie sich beim Setzen der Steine gut orientieren.

Materialien und flexible Fugen und für Trockenmauern

Trockenmauer in Grau-Optik

Sie haben die Qual der Wahl zwischen verschiedenen Materialien: Sandstein, Kalkstein, Granit, Gneis oder Jura. Heimische Natursteine aus der Region sind hier besonders beliebt.

Neben der Gesteinsart bestimmt der Fugenverlauf, wie Ihre Mauer später optisch wirkt. Beim regelmässigen Schichtmauerwerk (links) sind die Steine in einer Reihe gleich hoch. Das bringt eine klare Linie und Struktur in die hier verwendeten, kantigen Bruchsteine. Bei der unregelmässigen Bauweise werden die teils rechteckigen, teils quadratischen Steine kunstvoll aufeinander geschlichtet (rechts) – eine sehr anspruchsvolle Bauweise mit interessantem Ergebnis!

Auf der Mauer, auf der Lauer… sitzen Pflanzen!

Treppe in der Trockenmauer geschickt designt

Weil wir gerade bei den Fugen waren: Trockenmauern bieten für allerlei Kleintiere, seltene Kräuter und Pflanzen einen wertvollen Lebensraum. Deswegen geben wir Ihnen einen Überblick, welche Pflanzen sich je nach Standort in oder auf der Mauer am wohlsten fühlen:

  • In Fugen, sonniger Standort: kriechende Goldgarbe, Pfingstnelke, Hängepolsterglocke
  • In Mauerfugen, halbschattig bis schattig: Blaue und weisse Alpenaster, Zwerg-Frauenmantel, Goldtröpfchen
  • Auf der Mauerkrone, sonnig gelegen: Sommer-Steinkraut, Blaukissen, Serbische Garbe
  • Mauerkrone, halbschattig bis schattig: Katzenpfötchen, Alpen-Silbermantel, Kaukasische Gänsekresse