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15. Dezember 2017

Barrierefreier Garten: So geht’s!

garten barrierefrei bb

Garten und barrierefrei? Wir zeigen Ihnen die besten Tipps. Am besten ist es natürlich, wenn Sie gleich beim Gartenbau auf eine barrierefreie Gestaltung achten. Aber auch nachträglich lässt sich vieles noch umsetzen. Die wichtigsten Aspekte haben wir hier zusammengefasst. Diese sind: sichere Gartenwege, Beleuchtung, Hochbeete, pflegeleichte Pflanzen und Bewässerung.

Sichere Gartenwege

Sie sind das A und O in einem barrierefreien Garten: Sichere Gartenwege. Am Anfang der Anlage der Wege steht die Planung der Breite. Mindestens 1,20 Meter sind ideal, damit auch wirklich jeder Rollstuhl bequem darauf fahren kann. Rechte Winkel bzw. scharfe Abbiegungen und Kurven vermeiden Sie dabei aber besser. Wenn es nicht anders geht, verbreitern Sie den Weg an dieser Stelle auf ca. 1,60 Meter. Treppen sind natürlich ein Hindernis. Bauen Sie besser Rampen ein, um Höhenunterschiede zu überwinden. Eine Steigung von maximal 6 Prozent ist ideal.

Für ein reibungsloses Fahren ist natürlich der Bodenbelag extrem wichtig, deshalb sollten sie ihn sorgfältig auswählen. Achten Sie dabei darauf, dass der Belag auch bei Nässe rutschfest ist, aber dennoch möglichst eben oder glatt. Jede Unebenheit kann zur Stolperfalle werden. Deshalb müssen vor allem die Zwischenräume zwischen den Fliesen oder Steinen unbedingt gut abgezogen werden. Tipp: Nehmen Sie dazu die Wasserwaage.

Geeignete Materialien für den Bodenbelag sind:

  • Dränsteine
  • Klinker
  • Natursteinpflaster

Weniger optimal sind:

  • Basalt
  • Granit
  • Schotter, Kies, Split

Das Gute an Dränsteinen ist ihre Wasserdurchlässigkeit. Ausserdem haben sie eine gute, raue und griffige Oberfläche. Bei Wegen aus Klinker beispielsweise ist ein zusätzlicher Wasserablauf wichtig. Basaltplatten oder Granit sind optisch sehr schön, aber sie werden schneller rutschig. Kieswege oder Ähnliches eignen sich dagegen wenig für Rollstühle.

Achtung: Unkrautbewachsene Wege, Laub und Moos können ebenfalls zur Rutschfalle werden, besonders auf schattigen Wegabschnitten. Es muss also regelmässig entfernt werden. Achten Sie auch darauf, dass keine Äste zu weit in den Weg ragen.

Beleuchtung

Dieser Punkt gehört eigentlich auch noch zur Sicherheit im Garten: Ohne Beleuchtung sieht man den Verlauf mancher Wege schlecht, was natürlich vor allem auch an dem verwendeten Material liegt. Je dunkler der Belag, umso besser muss die Beleuchtung sein. Fazit: Die Beleuchtung muss also unbedingt genau dem Verlauf der Gartenwege folgen. Dabei überschneiden sich am besten die Lichtkegel der einzelnen Lampen, damit Sie sichergehen können, dass jeder Abschnitt gut ausgeleuchtet ist.

Wichtig ist auch, dass Sie vorher testen, ob die Lampen blenden. Abgeschirmte Lampen eignen sich sehr gut, und auch eine Dimmer-Funktion kann praktisch sein, ist aber kein Muss. Falls Sie über Extras nachdenken, können eine automatische Zeitschaltuhr und ein Bewegungsmelder sein. So sparen Sie zum Teil auch wertvolle Energie. Die Hauptsache ist aber, dass die Bedienung, d. h. die Schalter der Beleuchtung immer gut erreichbar sind. Wie wäre es mit einer Fernbedienung?

Hochbeete

Der Hochbeete-Trend der vergangenen Jahre kommt hier gerade recht! Aber mit einem herkömmlichen Hochbeet ist es noch nicht getan. Für Menschen, die auf Gehhilfen oder Rollstühle angewiesen sind, gibt es mittlerweile spezielle Konstruktionen für ein Hochbeet. Das Besondere: Sie sind unterfahrbar, und zwar im Idealfall von allen Seiten. Das bedeutet, die eigentliche Beetfläche kragt über den Sockel hinaus, man kann also bequem darunter fahren und sitzen wie bei einem Tisch. Einzelne Einbuchtungen sorgen für zusätzliche Erleichterung und lassen Sie problemlos jede Ecke des Hochbeetes erreichen.

Für ein barrierefreies Hochbeet gilt:

  • Höhe zwischen 65 und 78 cm
  • Halterung für den Gartenschlauch
  • Ablagefläche für Gartengeräte und -werkzeuge

Pflegeleichte Pflanzen

Die Gartenplanung endet jedoch hier noch nicht. Auch bei der Bepflanzung gibt es einige Aspekte, die zu beachten sind. Denn die Pflanzen sollen ja nach Möglichkeit nicht nach zu intensiver Pflegeverlangen. Also sind pflegeleichte Gewächse angesagt! Machen Sie es sich nicht unnötig schwer, wenn es auch leichter geht.

Vielleicht denken Sie, ein Obstgarten ist doch bestimmt viel zu aufwändig. Aber das stimmt nicht. Auch Sie sollten in den Genuss frischer Früchte aus dem eigenen Garten kommen. Pflanzen Sie aber unbedingt niedrige Bäume, damit Sie das Obst auch stets gut erreichen können. Wenn Sie Obstbaumsorten wählen, die die Früchte möglichst lange tragen, vermeiden Sie auch durch Fallobst verursachte Rutschgefahren. Auch Tomaten in Töpfen sind eine gute Idee.

Anstatt einjähriger Pflanzen, denken Sie lieber langfristig: Überlegen Sie am besten vorher genau, an welchen Pflanzen Sie wohl am längsten Freude haben werden und entscheiden Sie sich für diese mehrjährigen Pflanzen. Auch hier ist dabei natürlich oberstes Gebot, dass die Gewächse pflegeleicht sind und nicht alle paar Wochen eine aufwändige Düngung oder einen Rückschnitt benötigen.

Geeignete Pflanzen sind z. B.:

  • Sommerflieder
  • Buchs
  • Waldveilchen
  • Thujen
  • Strahlenanemone
  • Baumhaselnuss
  • Hartriegel
  • Waldrebe

Wichtig: Manchmal ist es besser, Pflanzen mit starken Dornen oder giftige Pflanzen zu meiden. Bei motorischen Einschränkungen können sich diese oft als nachteilig erweisen.

Bewässerung

Um sich das Schleppen von Giesskannen zu ersparen und nicht ständig den sperrigen Gartenschlauch umherziehen zu müssen, ist eine automatische Bewässerungsanlage natürlich die ideale Lösung. Die Sprinkleranlagen werden am besten schon bei der Gartengestaltung und -planung Bepflanzung mit installiert, damit man die Bewässerung perfekt auf die Bedürfnisse der einzelnen Pflanzen ausrichten kann. Jeder Pflanzkübel, jedes Hochbeet und jedes Fleckchen Rasen wird dabei bedacht.

Auch bei der Bewässerung kann, wie bei der Beleuchtung, eine Zeitschaltuhr sinnvoll sein. Eine simple Bedienung ist natürlich ebenfalls sehr wichtig. Bei einer Zeitschaltuhr lassen sich die Intervalle der Bewässerung ausserdem ganz bequem programmieren. Aber auch eine Bewässerung per Knopfdruck ist eine immense Erleichterung.

Wichtig: Profis achten bei der Installation darauf, dass das Wasser nicht auf die Wege spritzt, die dadurch nur unnötig glatt werden können, und dass sich kein Wasser staut!

Wenn Sie noch Fragen zur Planung und zum Bau eines barrierefreien Gartens haben, zu Bewässerung, Beleuchtung, Nullbarrieren oder auch Gartengeräten, dann wenden Sie sich gerne an uns. In allen Belangen rund um den Gartenbau sind wir Ihr Ansprechpartner. Schreiben Sie uns einfach eine Nachricht!