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4. September 2017

Aus dem Gartenkalender: Gartenarbeiten im September

Gartenarbeit bb

Sich von den letzten wirklich warmen Sonnenstrahlen in der Nase kitzeln lassen und die restlichen Spätsommertage geniessen, während sich das Laub schon bunt verfärbt: Es ist Herbst, und damit bricht auch eine Zeit an, in der wieder viel im Garten zu tun ist. Mit der Ernte Ihrer Früchte, der Aussaat von Blumenzwiebeln und dem Rückschnitt vieler Bäume und Sträucher haben Sie jetzt einiges zu tun. Wir zeigen Ihnen, wie die richtige Gartenpflege im September geht.

Fahren Sie die reiche Ernte ein!

Schon seit dem Frühjahr hegen und pflegen Sie Obst und Gemüse in Ihrem Garten? Jetzt ist endlich die Zeit gekommen, um die Früchte Ihrer harten Arbeit zu ernten – im wahrsten Sinne des Wortes! Kartoffeln sind jetzt erntereif und können im Keller eingelagert werden. Achten Sie unbedingt auf Dunkelheit! Die Tomatenpflanzen stecken in den letzten Zügen. Unser Tipp: Wenn Sie die übrigen Blüten entfernen und über die Pflanze eine Folienhaube stülpen, reifen auch noch grüne Tomaten nach. Allgemein ist jetzt wichtig: Ernten Sie das Gemüse noch vor dem ersten Frost. Ausnahme sind Kürbisse – ihnen macht Frost nichts aus. Sie bleiben am besten so lange wie möglich draussen.

Eine wahre Hochzeit beginnt jetzt im frühen Herbst für Weintrauben, Kern- und Steinobst. Äpfel, Birnen, Quitten, Zwetschgen und Pflaumen hängen so zahlreich an den Bäumen, dass sich ihre Äste biegen. Vergessen Sie aber auch im Herbst nicht, Obstbäume und -sträucher zu gießen. Gerade jetzt ist eine ausreichende Wasserversorgung wichtig. Pflücken Sie die reifen Früchte von den Bäumen und lagern Sie sie an einem kühlen, dunklen Ort ein. So übersteht das Obst den Winter gut. Aber: Werfen Sie Fallobst unbedingt zügig weg – und zwar nicht auf den Kompost, sondern am besten in die Biotonne. Oft nisten sich darin Schädlinge ein, die dann im nächsten Jahr als Falter schlüpfen.

Die Zeit zu säen: Bereiten Sie Ernte und Blumenpracht für das nächste Jahr vor!

„Blumenzwiebel“ ist hier DAS Stichwort! Im September finden Sie im Fachhandel eine riesige Auswahl an Knollen, die Sie am besten jetzt in den Boden einsetzen, zum Beispiel:

  • Tulpen
  • Krokusse
  • Anemonen
  • Schneeglöckchen
  • Narzissen

Zweijährige Blumen wie Stockmalven, Fingerhut, Veilchen, Vergissmeinnicht, Glockenblumen und Bartnelken können Sie jetzt ebenfalls aussäen.
Dazu gibt es noch die sogenannten „Kaltkeimer“, deren Samen dem Frost ausgesetzt werden müssen, damit sie im Frühjahr keimen. Das sind:

  • Eisenhut
  • Frauenmantel
  • Phlox
  • Taglilie
  • Bergenie

Andere Blumenzwiebeln müssen dagegen im September aus dem Boden , damit sie drinnen gut überwintern können. Nehmen Sie Zwiebeln von Gladiolen und Freesien heraus, trocknen Sie sie ab und lagern Sie diese ein. Bei einjährigen Pflanzen wie Sonnenblumen, Begonien und Petunien, sammeln Sie die Samen ein und lagern Sie ebenfalls. Aber Vorsicht: Plastiktüten und Schraubgläser sind nicht geeignet, denn darin können die Samen leicht schimmeln. Am besten, Sie stecken die Samen in Papiertütchen!

Im September können Sie aber bei weitem nicht nur Blumenzwiebeln in den Boden setzen. Pflanzen Sie jetzt zum Beispiel Rhabarber, Knoblauch und Kräuter, die mehrjährig sind. Spinat, Feldsalat, Radieschen und Schnittsalat säen Sie auch im September aus, damit Sie all das schon im Frühjahr geniessen können. Im Gewächshaus gedeiht jetzt außerdem Wintersalat gut: Pflanzen Sie für den Winter geeignete Sorten wie Endivie, und Sie können auch in der kalten Jahreszeit gesundes Grün aus dem eigenen Garten essen.

Pflanzen zurückschneiden und Stauden teilen

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Der Herbst ist die richtige Zeit, um Ihre Hecken ordentlich zurückzuschneiden. Tatsächlich ist es in der Schweiz sogar per Natur- und Heimatschutzgesetz verboten, zwischen Anfang März und Ende September die Büsche radikal zurückzuschneiden. Der Grund dafür ist simpel und nachvollziehbar: Es geht um den Tierschutz, besonders den der Vögel.

Das heisst aber nicht, dass Sie deshalb gar keine Hand anlegen dürfen. Die Beschränkung gilt nur für einen radikalen Rückschnitt. Warten Sie also mit der elektrischen Heckenschere noch bis Oktober und schneiden Sie jetzt nur manuell und sanft zurück. Manchmal ist es aber sogar wichtig, bereits im August vorsichtig mit dem Rückschnitt zu beginnen, damit die nachfolgenden Triebe noch keine Frostschäden erleiden.

Wenn Sie Stauden durch Teilung vermehren wollen, ist neben dem Frühjahr auch im September die richtige Zeit, solange es noch keinen Frost gibt. Auch die Gesundheit der Pflanzen kann durch eine Teilung nachhaltig verbessert werden: Sind die Stauden zu gross und verdrängen andere Pflanzen, wirken sie schwach und weisen braune sowie trockene Stellen auf, ist ebenfalls eine Teilung sinnvoll. Dazu heben Sie den Wurzelballen vollständig aus der Erde und teilen ihn mit der Hand (falls möglich), mit dem Spaten oder mit der Gartenschere. Entfernen Sie unbedingt auch abgestorbene und vertrocknete Partien. Mit Kompost einpflanzen, gut wässern – fertig!

Boden- und Rasenpflege

Denken Sie auch oft, wohin nur mit den ganzen Gartenabfällen? Bevor Sie es mühsam entsorgen, überlegen Sie doch einfach, was Sie davon noch nutzen können. Häckseln Sie Zweige klein und stellen Sie so Ihren eigenen Mulch her, vermischt mit Laub und Rasenschnitt. Nach dem Kompostieren dieses Gemisches können Sie es bereits im nächsten Herbst zum Abdecken des Bodens verwenden. Die Erde erhält so frische Nährstoffe und bleibt feucht. Auch als Frostschutz eignet sich Mulch hervorragend! Häufeln Sie ihn am Stamm der Gehölze an und schützen Sie dadurch die Wurzeln vor Kälte.
Besonders nach der Ernte braucht der Boden eine ordentliche Nährstoffzufuhr, um im nächsten Jahr wieder ein guter Nährboden für die neuen Pflanzen sein zu können. Sie können den Boden aber auch mit eigenem Gartenmaterial düngen. Heben Sie welke Pflanzenbestandteile und noch grüne Blätter und Halme unter die Erde. Mit dieser Gründüngung wird die Humusbildung angeregt und der Vermehrung von Unkraut vorgebeugt. Und die Insekten, die ebenfalls für ein gutes Bodenklima sorgen, bekommen dadurch auch eine gute Nahrungsquelle.

Nach einem langen, heissen und trockenen Sommer weist der Rasen manchmal verbrannte, kahle Stellen auf. War es ein feuchter Sommer, ist das Moos in den Monaten vor September oft stark gewachsen. Zuerst sollten Sie den Rasen mähen. Entfernen Sie dann das Moos oder die trockenen Stellen im Rasen und säen Sie danach einfach neuen Rasen aus. Wenn die Samen nicht mehr gleich zu keimen beginnen, macht das nichts. Denn im nächsten Jahr wächst der Rasen umso dichter nach. Achten Sie aber darauf, dass Sie die frisch ausgesäten Flächen nach Möglichkeit nicht betreten.

Rosen

Noch während Sie sich an der vollen Blütenpracht Ihrer Rosen im Garten erfreuen, können Sie gleichzeitig auch neue Pflanzen in den Boden setzen! Entfernen Sie zunächst abgestorbene Wurzeln und wässern Sie dann den neuen Rosenstock für einen Tag in einem Eimer voll Wasser. Danach lockern Sie die Erde auf. Setzen Sie die Pflanze in den Boden und achten dabei darauf, dass die Veredelungsstelle ein paar Zentimeter unter der Erdoberfläche bleibt.
Ältere Rosenpflanzen werden im September noch kräftig gedüngt. Unser Tipp: Chloridarmer Kaliumdünger (Patentkali) eignet sich dafür am besten, denn Kalium wirkt wie ein Frostschutz von innen!

Wir helfen Ihnen, Ihren Garten für den Herbst startklar zu machen! Bei weiteren Fragen zum Thema Gartenpflege schreiben Sie uns einfach eine Nachricht!